* Nachruf EBR Franz Fahrner

                                                     

Nachruf EBR Franz Fahrner

 

Es ist die Zeit gekommen, von einem wohlverdienten Kameraden unserer Feuerwehr Abschied zu nehmen.

Was „Spez“ in unserer Feuerwehr geleistet hat, wird sicherlich nicht so schnell seine Nachfolge finden!

 

Hier ein Rückblick über die Tätigkeit von Franz in unserer Wehr:

 

Nach seinem Eintritt in FF St. Corona am 20.01.1962 standen die Wettkämpfe im Mittelpunkt seiner Tätigkeit. Bis in die 90er Jahre war er begeisterter Wettkämpfer. 1998 trat er mit der sogenannten „alten Wettkampfgruppe“ nochmals erfolgreich zu den einzelnen Wettkämpfen am Landesfeuerwehr Leistungsbewerb in Gloggnitz in Bronze und Silber an.

 

Einer der Höhepunkte in seiner Wettkampfkarriere waren sicher die Leistungsbewerbe in

Nidderau-Eichen in Deutschland im Juni 1975. Die Gruppe aus St. Corona durfte das

Bundesland NÖ würdig vertreten.

 

Für 25 Jahre, von 1981 bis 2006, wechselte er in den Bewerterstab bei Bezirks- und

Abschnittsfeuerwehrleistungsbewerbe.

Von 1989 bis 2006 war er auch Bewerter bei den Landesfeuerwehrleistungsbewerben.

 

Er absolvierte 36 Kurse der Niederösterreichischen Landesfeuerwehrschule, bekleidete einige Funktionen in unserer Wehr und wurde so:

1963   zum Feuerwehrmann

1974   zum Löschmeister

1976   zum Hauptbrandmeister

1981   zum Brandinspektor

1984   zum Oberbrandinspektor

1991   zum Abschnittsbrandinspektor

2001   zum Brandrat

und schließlich 2006 zum Ehrenbrandrat befördert.

 

Aufgrund seiner fundierten Ausbildung war er auch immer die treibende Kraft unserer Wehr wenn es um Kursbesuche und Weiterbildungen aller Art ging.

 

Er selbst legte eine Vielzahl an Leistungsabzeichen ab:

1962      Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze und Silber

1975      Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold

1979      Feuerwehrfunkleistungsabzeichen in Bronze

1982   Feuerwehrfunkleistungsabzeichen in Silber

1984   1.Platz beim Funkleistungsabzeichen in Silber von ganz NÖ

1985   Funkleistungsabzeichen in Gold

 

Im Jänner 1976 wechselte er dann in die Kommandoebene und wurde unter EBI

Johann Fahrner zum Kdt. Stv. unserer Wehr gewählt.

Mit ihm als Kdt. Stv. wurde im Mai 1976 mit dem Zeughausbau in Unternberg

begonnen. 1979 kam es zum Kaufabschluss eines TLF 2000 der Marke Steyr 480.

 

Im Jänner 1981 wurde er schließlich zum Kommandanten gewählt, welche Funktion

er bis zum Jahr 2006 (25 Jahre) ausgeübt hat.

 

In dieser Zeit hat er unsere Feuerwehr zu einer der am besten ausgerüsteten und ausgebildeten Feuerwehr unseres Abschnittes gemacht.

 

Schon in seiner ersten Periode musste das Zeughaus in Unternberg um eine

zusätzliche Garage mit Montagegrube sowie einem Schlauchturm erweitert

werden.

1988 wurde das neue Löschfahrzeug der Marke Mercedes angekauft, im Oktober

1989 der erste Teil einer Funksirenensteuerung und die ersten „Piepserl“ wurden

ausgegeben.

1990 wurde im Feuerwehrhaus in Unternberg ein Telefonanschluss installiert und aus Notwendigkeit bei technischen Einsätzen im Jahr 1991 eine Abschleppachse angekauft.

 

Im Jahr 1992 begannen dann die ersten Gespräche für ein neues Tanklöschfahrzeug und im Folgejahr wurde ein TLF 2000 der Marke Steyr angekauft, welches noch heut seinen Dienst versieht.

 

Eine besondere Leistung seinerseits im Jahr 1996 war der Kauf eines MTF (VW-Bus), das gänzlich aus Eigenmitteln der Feuerwehr angeschafft werden konnte.

1997 konnte die Sirenensteuerung auch auf die Sirene von St. Corona ausgeweitet werden.

 

Ebenso investierte die Feuerwehr in persönliche Schutzausrüstung. Ab 1998 wurden Einsatzoveralls für fast alle Mitglieder und in den folgenden Jahren auch neue Feuerwehrhelme und Einsatzstiefel für die Mannschaft angeschafft.

 

Die Umstellung in der Verwaltung des Feuerwehrwesens auf EDV leitete er durch sehr viel Engagement und finanzielle Eigenmittel bei uns in der Feuerwehr ein.

Er strebte immer das Ziel an, das Feuerwehrwesen auf dem neuesten Stand zu halten.

 

So begannen im Jahr 1999 die ersten Diskussionen über den neuen Feuerwehrhausbau und damit wohl seine schwierigste Zeit in der FF St. Corona. Mit Weitblick auf die zukünftigen Aufgaben einer Feuerwehr und die dadurch entstehenden Anforderungen an ein modernes Feuerwehrhaus wurde das Haus geplant.

Bis zum Baubeginn im Jahr 2002 und der Eröffnung im Mai 2006 vergingen wenige Wochen ohne nervenzehrende Diskussionen.

 

Aber nicht nur organisatorische Arbeiten prägten sein Feuerwehrleben, auch einsatztechnisch wurde oft sehr viel von ihm verlangt.

 

Einer der schwierigsten Einsätze war sicherlich der Hochwassereinsatz 1989 in der Molz, wo ein Kamerad unserer Wehr und einer von Kirchberg das Leben verloren hat.

Das Einsatzgeschehen bestand aus einer Vielzahl von Brandeinsätzen, Technischen Einsätzen, Suchaktionen und auch Wasserversorgungen.

 

Doch nicht nur schwierige, sondern auch schöne Zeiten prägten das Feuerwehrgeschehen. Unvergesslich werden die vielen Ausflüge bleiben, wo Kameraden und Helfer schöne Stunden verbracht haben.

Auch die vielen Feste, die Bälle und sonstigen Veranstaltungen während seiner Kommandantenzeit waren stets professionell organisiert und haben so auch finanziell zum sehr guten Erhalt der Feuerwehr beigetragen.

 

Ab dem Jahr 1991 war er jedoch nicht nur in der Feuerwehr St. Corona tätig, sondern von          1991 – 2001                        Kdt. des UA 3 und Abschnittskdt. Stv.

2001 – 2006             Abschnittsfeuerwehrkommandant des Abschnittes Aspang

weiters

            1998 – 2006             KHD – Leiter im Sachgebiet 3

            1998 – 2006             Bezirksführungsstab Leiter Sachgebiet 3 (BFÜST)

 

Auch in diesen Funktionen hat er die Interessen der FF St. Corona stets gewahrt und ist in seiner Tätigkeit immer korrekt vorgegangen.

Zum Dank für seine außergewöhnlichen Leistungen wurde er auch mit einigen Auszeichnungen bedacht:

 

1981               Verdienstzeichen NÖ LFV 3. Klasse Bronze

1995               Verdienstzeichen NÖ LFV 2. Klasse in Silber

1999               Bewerterdienstabzeichen in Bronze

2000               Verdienstzeichen des ÖBFV 3. Stufe

2000               Einsatzmedaille

2004               Verdienstzeichen des ÖBFV 2. Stufe

2007               Silberne Verdienstzeichen um Verdienste für das Bundesland NÖ vom Landeshauptmann persönlich verliehen

2007               Verleihung des goldenen Ehrenringes der Gemeinde St. Corona für besondere Verdienste

2012               Ehrenzeichen für 50 Jahre verdienstvolle Tätigkeit auf dem Gebiet des Feuerwehr– und Rettungswesens

 

Für deinen Einsatz den du für die Feuerwehr St. Corona und vor allem auch für die Bevölkerung erbracht hast bleibt am Ende nur noch übrig ein

„aufrichtiges Danke“

zu sagen!

 

Franz, Lebewohl!

 

 

St. Corona, am 25.10.2016                                                                       Christoph Bauer, OBI